Die Formel-1-Saison 2025 bot Dramatik bis zur letzten Kurve. Was als enger Dreikampf begann, entwickelte sich zu einem historischen Duell, das erst im allerletzten Rennen in Abu Dhabi entschieden wurde. Hier ist der finale Punktestand der Fahrerwertung nach 24 Rennen.
Die Übersicht aller Fahrer, die zum Schluss Stammfahrer waren und Punkte erzielt haben:
| Rang | Fahrer | Punkte | Team |
| 1 | Lando Norris | 423 | McLaren |
| 2 | Max Verstappen | 421 | Red Bull Racing |
| 3 | Oscar Piastri | 410 | McLaren |
| 4 | George Russell | 319 | Mercedes |
| 5 | Charles Leclerc | 242 | Ferrari |
| 6 | Lewis Hamilton | 156 | Ferrari |
| 7 | Kimi Antonelli | 150 | Mercedes |
| 8 | Alexander Albon | 73 | Williams |
| 9 | Carlos Sainz | 64 | Williams |
| 10 | Fernando Alonso | 56 | Aston Martin |
| 11 | Nico Hülkenberg | 51 | Sauber (Audi) |
| 12 | Isack Hadjar | 51 | Racing Bulls |
| 13 | Oliver Bearman | 41 | Haas |
| 14 | Liam Lawson | 38 | Racing Bulls / Red Bull* |
| 15 | Esteban Ocon | 38 | Haas |
| 16 | Lance Stroll | 33 | Aston Martin |
| 17 | Yuki Tsunoda | 33 | Racing Bulls |
| 18 | Pierre Gasly | 22 | Alpine |
| 19 | Gabriel Bortoleto | 19 | Sauber (Audi) |
| 20 | Franco Colapinto** | 0 | Alpine |
*Hinweis zu Red Bull/RB: Es gab während der Saison Rotationen zwischen den Racing Bulls und Red Bull Racing, um die bestmögliche Besetzung neben Verstappen zu finden. **Franco Colapinto ersetzte Jack Doohan (0 Punkte) im Laufe der Saison bei Alpine.
Detaillierte F1-Saisonanalyse 2025
Der WM-Kampf: Ein Duell für die Ewigkeit? 3 Fahrer kämpfen für einen WM-Titel, das gab es schon lange nicht mehr in der Formel 1! Die Stimmung war zum Ende auch erhitzt, denn beide McLaren-Fahrer mussten neutral kämpfen, keiner wurde bevorzugt. Lediglich im letzten Rennen gab es die Anweisung, dass Oscar Piastri (McLaren) seinen Kollegen Lando Norris (McLaren) unterstützen soll. Hierdurch gelang der erhalt der Fahrerweltmeisterschaft 2025.
Die Saison begann untypisch. Max Verstappen gewann zwar den Auftakt in Melbourne, doch schon beim zweiten Rennen in China zeigte McLaren, dass der MCL39 auf jeder Strecke funktioniert. Bis zur Sommerpause wechselte die WM-Führung dreimal zwischen Norris und Verstappen. Allerdings war der Red Bull von Verstappen bis einschließlich August unterhalb der Erwartungen, erst danach ging es durch Updates wieder Bergauf.
McLaren hingegen hatte zum Ende hin keine Updates mehr gebracht, dadurch wurde es immer schwerer für das Fahrer-Duo. Oscar Piastri hatte über Monate die Fahrerwertung angeführt, dann Lando Norris. Max Verstappen hatte im letzten Rennen keine Chance mehr, denn Norris musste mindestens den 3. Platz schaffen, dies war aufgrund der Stärke des McLaren kein Problem. Anderer Fahrer, wie Russell (Mercedes) und Leclerc (Ferrari) wurden Norris nicht gefährlich, hiermit hatte man bei Red Bull gerechnet.
Das Finale in Abu Dhabi: Das Rechenspiel
Vor dem letzten Rennen in Abu Dhabi war die Ausgangslage extrem angespannt:
- Lando Norris: 408 Punkte
- Max Verstappen: 396 Punkte
- Differenz: 12 Punkte
Im Rennen zuvor hat Norris noch Antonelli überholt und damit 2 weitere Punkte gesichert, die ihn schließlich zum Weltmeister machten.
Das Szenario: Verstappen musste gewinnen und hoffen, dass Norris nicht besser als Vierter wird (oder Dritter ohne schnellste Rennrunde, je nach Tie-Breakern). Im Rennen fuhr Verstappen wie entfesselt zum Sieg (25 Punkte). Oscar Piastri spielte den perfekten „Wingman“ und sicherte sich Platz 2, was Norris den Rücken freihielt. Norris fuhr ein taktisch kluges, risikoloses Rennen auf Platz 3 (15 Punkte).
Womöglich wäre es anders gelaufen, wenn es noch einen Punkt für die schnellste Rennrunde geben würde, denn hiervon hat Max Verstappen einige geholt.
Endstand: Norris (423) vs. Verstappen (421). Norris ist erstmalig Formel 1 Weltmeister!
Team- & Fahrer-Check
Anders als in den letzten Jahren rückte das Fahrerfeld immer näher heran, die Teams waren zwar nie auf Augenhöhe, dennoch war vor allem das Mittelfeld sehr umkämpft, denn die Performance muss sich auf einem hohen Level befinden, denn um die Plätze wurde im Tausendstel-Bereich gekämpft. Dennoch gab es 4 Teams, die besonders stark waren: McLaren, Red Bull Racing, Mercedes und anfangs Ferrari.
Die Top 5 mitsamt der Punkten in der Konstrukteurswertung und besondere Details:
| Rang | Team | Punkte | Details |
| 1 | McLaren | 833 | Erster Titel seit 1998 |
| 2 | Red Bull Racing | 645 | Zu abhängig von Verstappen |
| 3 | Ferrari | 608 | Starkes Duo, schwankendes Auto |
| 4 | Mercedes-AMG | 469 | Solide, aber selten siegfähig |
| 5 | Williams | 137 | Die Aufsteiger des Jahres |
McLaren (Weltmeister)
Das Team aus Woking stellte das konstanteste Auto. Oscar Piastri (P3 in der WM) war der „X-Faktor“. Im Gegensatz zu Sergio Pérez bei Red Bull, der oft schwächelte, war Piastri fast immer in den Top 4 zu finden und nahm den Konkurrenten wichtige Punkte weg. Seine Coolness ergänzte Norris‘ emotionalen Fahrstil perfekt.
Red Bull Racing
Max Verstappen kämpfte oft allein gegen zwei McLarens und zwei Ferraris. Während Verstappen den RB21 oft über dessen Limit bewegte, zeigte sich, dass die technische Dominanz der Vorjahre vorbei ist. Der Abgang von Adrian Newey (der das 202025er-Autoicht mehr voll betreute) machte sich in der fehlenden Weiterentwicklung in der zweiten Saisonhälfte bemerkbar.
Ferrari: Das „Superteam“
Die Augen der Welt waren auf Lewis Hamilton in Rot gerichtet.
- Charles Leclerc (P5) hatte die Oberhand im Qualifying und holte 3 Siege.
- Lewis Hamilton (P6) brauchte einige Rennen, um sich an die Charakteristik des Ferrari zu gewöhnen, zeigte aber ab Saisonmitte starke Aufholjagden. Ferrari litt unter Inkonsistenz: An guten Tagen unschlagbar (Monaco, Singapur), an schlechten Tagen nur dritte Kraft.
Williams: Die Sensation („Best of the Rest“)
Die Überraschung des Jahres. Mit Carlos Sainz (von Ferrari gekommen) und Alex Albon bildete Williams wohl das stärkste Fahrerduo im Mittelfeld. Der FW47 war eine Rakete auf High-Speed-Strecken (Monza, Silverstone, Las Vegas). Sainz‘ technische Expertise half dem Team enorm bei der Abstimmung. Platz 8 und 9 in der Fahrerwertung sind für Williams das beste Ergebnis seit der Martini-Ära.
Mercedes
Eine Übergangssaison. George Russell (P4) etablierte sich als klare Nummer 1 und holte solide Punkte. Der junge Rookie Kimi Antonelli (P7) zeigte blitzartiges Talent, machte aber auch typische Anfängerfehler (zwei Ausfälle durch Unfälle). Mercedes beendete die Saison als solide dritte Kraft in der Konstrukteurs-WM.
Detailanalyse: Der Deutsche, Aston Martin und die Rookies
Der einzig verbleibende Deutsche im Grid Nico Hülkenberg fuhr eine beeindruckende Saison. Mit Platz 11 und 51 Punkten holte er das absolute Maximum aus dem Sauber heraus, der sich im Übergangsjahr hin zum Audi-Werksteam (ab 2026) befand. Hülkenberg war der unangefochtene Leader im Team und düpierte seinen Rookie-Teamkollegen Gabriel Bortoleto (19 Punkte) deutlich. Seine Qualifying-Runden waren oft spektakulär und er gilt als einer der Hauptgründe, warum Sauber in der Konstrukteurswertung nicht abrutschte.
Die Saison war für Aston Martin eine Enttäuschung. Trotz der Ankunft von Stardesigner Adrian Newey (der erst Einfluss auf den 2026er-Auto haben wird) trat das Team auf der Stelle.
- Fernando Alonso (P10): Kämpfte wie ein Löwe, aber der Wagen gab selten mehr her als kleine Punkteplatzierungen. Die Podestplätze aus den Vorjahren blieben aus.
- Lance Stroll (P16): Fiel im internen Duell deutlich ab und hatte Schwierigkeiten, mit dem extrem engen Mittelfeld (Haas, RB, Sauber) mitzuhalten.
2025 war auch das Jahr der Rookies:
- Kimi Antonelli (Mercedes): Der junge Italiener hatte die schwerste Aufgabe, Lewis Hamilton zu ersetzen. Platz 7 mit 150 Punkten ist ein achtbares Debüt, auch wenn er (wie erwartet) Lehrgeld zahlte und einige Unfälle baute. Sein Speed war jedoch phasenweise auf Augenhöhe mit Russell.
- Oliver Bearman (Haas): Ein sehr solides erstes volles Jahr. Er lieferte sich ein enges Duell mit dem erfahrenen Esteban Ocon und trug dazu bei, dass Haas eine stabile Saison fuhr.
- Isack Hadjar (Racing Bulls): Die Überraschung. Der Franzose zeigte aggressive Manöver und sammelte konstant Punkte, womit er sich für höhere Aufgaben empfahl.
- Liam Lawson (Racing Bulls): Liam Lawson ist zwar kein Neuling, aber im Red Bull hatte er seinen ersten Stammplatz, aufgrund schlechter Ergebnisse wurde nach nur 2 Rennen mit Yuki Tsunoda (Racing Bulls) gewechselt. Hier blühte er gegen Ende immer mehr auf.
- Jack Doohan (Alpine): Leider endete die Formel-1-Karriere schnell. Doohan wurde aufgrund fehlender Ergebnisse durch Franco Colapinto ersetzt, wohl ging es auch um Geld?
So viele Rookies zum Start einer Saison sind sehr selten, normalerweise setzen die Teams eher auf Erfahrung und Beständigkeit, so auch Cadillac, welche in der nächsten Saison das 11. Team stellen mit Sergio Perez und Bottas.
Alpine erlebte ein katastrophales Jahr. Der A525 war langsam und unzuverlässig. Pierre Gasly rettete mit Platz 18 noch die Ehre, während Jack Doohan zur Saisonmitte aufgrund mangelnder Performance durch Franco Colapinto ersetzt wurde, der jedoch im unterlegenen Auto keine Punkte mehr holen konnte.
Verabschieden musste sich die Formel-1-Welt von Yuki Tsunoda, er ist nun kein Fahrer mehr für Red Bull Racing und wird in der nächsten Saison (2026) Test- und Ersatzfahrer. Tsunoda hatte es damals nach einer erfolgreichen Formel-2-Saison und durch den Support von Honda in die F1 geschafft. Von dem Schwester-Team Racing Bulls (damals AlphaTauri) hatte er sich dann zum Top-Team Red Bull Racing hochgearbeitet.
Bild: Bildmontage durch Gemini


